Heute möchte ich mich erstmals mit den Werkzeugen, das heisst der Fotoausrüstung des Berliner "Hauptstadt der DDR" und Panorama-Fotografen Theodor Karl Löber befassen.
Sein tägliches Arbeitswerkzeug war eine PENTACON SIX, ab 1969 dann eine PENTACON SIX TL-Kamera, die er mit verschiedenen Objektiven von CARL ZEISS JENA nutzte. Die Originalkamera sowie Kamera-Zubehör, Originalobjektive und ein Original-Belichtungsmesser befinden sich in der Sammlung des Kunstwirtschaftlers.

Die Pentacon Six TL ist eine optimierte klassische einäugige Mittelformat-Spiegelreflexkamera, die zwischen 1969 und 1990 in der DDR vom VEB Pentacon in Dresden gebaut wurde. Sie nutzte für ihr Bildformat 6x6 cm Rollfilme. Ihr Design war sehr auffällig, wirkte sie doch wie eine vergrösserte Kleinbildkamera. Dadurch war sie für damalige Verhältnisse sehr handlich.

Auf dem PENTACON SIX TL-Body ist das Carl Zeiss Jena-Objektiv MC BIOMETAR 2,8/ 80mm zu erkennen (oben). Es gilt als das legendäre Standardobjektiv des Pentacon-Six-Systems, das den natürlichen Blickwinkel im Mittelformat wiedergibt. In den 1950er Jahren galt das Objektiv als internationales Spitzenprodukt. Es wird von Experten zwischen dem klassischen Tessar und dem komplexeren Planar eingeordnet.
Zu den Besonderheiten der PENTACON SIX TL zählen der Tuch-Schlitzverschluss (bis 1/1000 Sekunde), das PENTACON SIX-Bajonett zum schnellen Objektivwechsel sowie das wechselbare, modulare Suchersystem. Als Standard gab es den Lichtschachtsucher mit Vergrösserungslupe. Mit dem TTL-Prismenaufsatz (unten) war eine direkte Belichtungsmessung durch das Objektiv möglich.

Zu Theos Grundausstattung zählte auch das Carl Zeiss Jena-Objektiv MC FLEKTOGON 4/ 50mm, wie unten zu sehen. Es ist das klassische Weitwinkelobjektiv für die Pentacon Six. Es entspricht in etwa einer 28-mm-Brennweite im Kleinbildformat. Das MC FLEKTOGON 4/ 50mm ist für seine extreme Verzeichnungsfreiheit bekannt. Dadurch eignet es sich besonders für die Architekturfotografie, wofür es Theodor Karl Löber auch nutzte. Eine Besonderheit des Objektivs ist die geringe Naheinstellungsgrenze von 50 cm. Im Mittelformat galt das als sehr nah. Dadurch wurden neue, andersartige und kreative Perspektiven ermöglicht.

Die rote Bezeichnung «MC» auf den Objektiven steht für «Multi-Coating». Die Mehrschichtvergütung machte die Objektive weniger anfällig für Streulicht, steigerte den Kontrast und verstärkte die Farbwiedergabe.

Theodor Karl Löber nutzte die PENTACON TL für seine täglichen Reportagen, also für die Fotografie von Menschen und Begebenheiten. So fotografierte er zum Beispiel in Kindergärten, auf Baustellen, im Tierpark sowie auf den Strassen in der Hauptstadt.

Für seine berühmten Architekturpanoramen, zum Beispiel zeitliche Gegenüberstellungen vom gleichen Standpunkt aus, kam die PENTACON SIX TL ebenfalls zum Einsatz. Hier verwendete er jedoch grössere Brennweiten und aufgrund des Gewichts ein robustes Holzstativ.
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